Selbsthilfe wirkt! Entwicklung von Resilienz durch Selbsthilfe
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Springer Nature
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Eine schwerwiegende, chronische oder als existenziell bedrohlich erlebte Erkrankung kann psychische Belastungen, Stigmatisierung, Informationsunsicherheit und tiefgreifende Alltagsveränderungen auslösen. Vor diesem Hintergrund analysiert der Beitrag, wie die Teilnahme an gemeinschaftlichen gesundheitsbezogenen Selbsthilfegruppen auf Betroffene wirkt und inwieweit sie personale und soziale Resilienz fördern kann. Resilienztheoretische und empowermentorientierte Perspektiven werden dazu mit empirischen Befunden aus Deutschland verbunden. Im Mittelpunkt stehen Selbstwirksamkeit, Zugehörigkeit, Gesundheitskompetenz, Krankheitsbewältigung, soziale Teilhabe sowie der Zugang zu verlässlichen und verständlichen Gesundheitsinformationen im Alltag. Die Befunde sprechen dafür, dass Selbsthilfegruppen unter günstigen Bedingungen Handlungsfähigkeit stärken, Isolation vermindern und den Umgang mit Erkrankungen erleichtern. Zugleich zeigen sich Ambivalenzen: Belastende Gruppendynamiken, die Konfrontation mit den Schicksalen anderer, fehlende Passung und unzureichende Zugänge können die Teilnahme erschweren oder ihren Nutzen begrenzen. Selbsthilfe ist daher weder universell wirksam noch Ersatz professioneller Versorgung. Sie ist eine eigenständige, komplementäre Ressource, deren Wirkung von Freiwilligkeit, Gruppenkultur, organisatorischer Stabilität, individueller Belastungslage und respektvoller Kooperation mit professionellen Hilfesystemen abhängt.