KI-Kompetenzen 2026: Welche Fähigkeiten sucht der Arbeitsmarkt?

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IU Internationale Hochschule

Zusammenfassung

Dieses Discussion Paper untersucht, welche Kompetenzanforderungen im Kontext generativer künstlicher Intelligenz (GenAI) in deutschen Stellenausschreibungen sichtbar werden und wie diese Anforderungen mit bestehenden KI- und GenAI-Kompetenzrahmen übereinstimmen. Hierzu verbindet die Studie eine Synthese von 18 Kompetenzframeworks mit einer KI-gestützten qualitativen Inhaltsanalyse von 258 GenAI-relevanten Stellenanzeigen aus der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, die am 14. März 2026 erhoben wurden. Methodisch folgt die Untersuchung einem deduktiv-induktiven Vorgehen: Zwölf literaturbasierte Kompetenzfelder werden auf das Datenmaterial angewendet, während ergänzende, bislang nicht hinreichend abgebildete Kompetenzanforderungen induktiv identifiziert werden. Ko-Vorkommens- und Clusteranalysen dienen zusätzlich dazu, typische Rollen- und Kompetenzprofile auf Stellenebene herauszuarbeiten. Die Ergebnisse zeigen ein deutlich technologiezentriertes Nachfragemuster. Besonders häufig werden Programmierung, IT-Infrastruktur, Cloud und MLOps, Modellentwicklung, Fine-Tuning sowie Datenkompetenzen gefordert. Reflexive, ethische, governancebezogene und rechtlich-complianceorientierte Kompetenzen werden dagegen erheblich seltener explizit artikuliert, obwohl sie in Kompetenzrahmen und vor dem Hintergrund regulatorischer Anforderungen, insbesondere des EU AI Acts, eine zentrale Rolle spielen. Die Clusteranalyse identifiziert drei Rollentypen: ein technisches Engineering-Profil, ein anwendungs- und prozessorientiertes Profil sowie ein hybrides Profil, das technische Implementierungsfähigkeit mit strategischer und prozessualer Integration verbindet. Ergänzend werden fünf emergente Kompetenzfelder sichtbar: KI-Didaktik und Wissensvermittlung, branchenspezifisches Domänenwissen, KI-Tool-Evaluierung, UX/UI und Human-Centered Design sowie MCP und KI-Protokolle. Die Studie leistet einen Beitrag zur Verbindung theoriegeleiteter Kompetenzrahmen mit arbeitsmarktlichen Anforderungsdaten. Sie zeigt, in welchen Bereichen Stellenanzeigen mit bestehenden Kompetenzmodellen übereinstimmen und wo systematische Leerstellen bestehen. Für die Unternehmenspraxis ergeben sich daraus Implikationen für kompetenzbasiertes Recruiting und rollenspezifische Weiterbildung. Insbesondere sollten Governance-, Reflexions- und Compliancekompetenzen neben technischer Implementierungskompetenz explizit in Rollenprofile, Auswahlverfahren und Qualifizierungsprogramme integriert werden.

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