Herausforderungen im Umgang mit Ernährungsinformationen und Beratung in der Onkologie: Patient:innenperspektiven und Optimierungsbedarf in der Beratungsrealität
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IU Internationale Hochschule
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Hintergrund: Ernährung spielt eine entscheidende Rolle für die Lebensqualität und die klinischen Ergebnisse bei onkologischen Patienten, ist jedoch nach wie vor nur unzureichend in die Routineversorgung integriert. Ziel dieser Arbeit war es, das Informationsverhalten von Krebspatienten, ihre Nutzung und Bewertung von Ernährungsinformationsquellen, ihre Erfahrungen mit Ernährungsberatung sowie wahrgenommene Unsicherheiten und Hindernisse bei der Umsetzung von Ernährungsempfehlungen zu untersuchen.
Methodik: Es wurde eine quantitative Querschnittsstudie unter Verwendung eines standardisierten, anonymen Online-Fragebogens durchgeführt. Die Daten von 31 erwachsenen Krebspatienten in Deutschland wurden mittels deskriptiver Statistik analysiert, ergänzt durch eine qualitative Inhaltsanalyse der offenen Antworten.
Ergebnisse: Fast alle Teilnehmer gaben an, sich nach ihrer Diagnose aktiv mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzen, wobei sich die Mehrheit auf digitale Informationsquellen, insbesondere das Internet, stützte. Diese Quellen wurden zwar häufig genutzt, waren jedoch auch mit Skepsis, Informationsüberflutung und Schwierigkeiten bei der Beurteilung der Glaubwürdigkeit verbunden. Medizinisches Fachpersonal und Ernährungsexperten wurden als äußerst vertrauenswürdig wahrgenommen, jedoch seltener konsultiert. Nur 29 % der Teilnehmer hatten eine professionelle Ernährungsberatung erhalten, die hinsichtlich Verständlichkeit und Empathie positiv bewertet wurde, jedoch Einschränkungen in Bezug auf Individualisierung und Kontinuität aufwies. Trotz guter Ernährungskompetenz berichteten die Patienten von erheblichen Herausforderungen bei der Umsetzung der Ernährungsempfehlungen. Zu den wichtigsten Hinder-nissen zählten therapiebedingte Symptome, strukturelle Einschränkungen, begrenzte Unterstützung so-wie widersprüchliche oder unklare Informationen. Die Unsicherheit wurde durch uneinheitliche Empfeh-lungen, auch von Seiten des medizinischen Fachpersonals, weiter verstärkt.
Fazit: Die Ergebnisse verdeutlichen eine Diskrepanz zwischen dem hohen Informations- und Beratungs-bedarf und unzureichenden Strukturen. Um Unsicherheiten zu reduzieren und Orientierung zu schaffen, sind eine frühzeitige, kontinuierliche und patientenzentrierte Ernährungsberatung sowie qualitätsgesicherte Informationsangebote erforderlich. Darüber hinaus sollte die Rolle von Ernährungsfachkräften in der onkologischen Versorgung gestärkt werden.