Big Five und Beziehungszufriedenheit: Eine dyadisch-explorative Analyse

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IU Internationale Hochschule

Zusammenfassung

Die vorliegende Studie untersuchte dyadische Zusammenhänge zwischen Big-Five-Persönlichkeit, Persönlichkeitsdifferenzen und Beziehungszufriedenheit. Analysiert wurden 232 Personen aus 116 eindeutig zuordenbaren heterosexuellen Paaren auf Basis einer quantitativen Querschnittsstudie. Beziehungszufriedenheit wurde mit dem ZIP, Persönlichkeit mit dem BFI-2 auf Dimensions- und Facettenebene erfasst. Zusätzlich wurden paarspezifische absolute Differenzwerte berechnet und getrennt innerhalb von vier Beziehungsdauergruppen ausgewertet. Alle dyadischen Analysen waren explorativ angelegt. Die weibliche Beziehungszufriedenheit war sowohl mit eigenen Persönlichkeitsmerkmalen als auch mit Merkmalen des männlichen Partners assoziiert. Das Modell mit ausschließlich eigenen Merkmalen (Actor-Modell) sagte die weibliche Beziehungszufriedenheit signifikant vorher, F(2, 113) = 5.80, p = .004, R² = .09, korr. R² = .08. Die Aufnahme männlicher Partnermerkmale ergab ein signifikantes finales Modell, F(7, 108) = 3.86, p < .001, R² = .20, korr. R² = .15, und erhöhte die erklärte Varianz signifikant, ΔR² = .11, p = .017, wobei kein einzelner Prädiktor Signifikanz erreichte. Für die männliche Beziehungszufriedenheit war das Actor-Modell ebenfalls signifikant, F(5, 110) = 3.19, p = .010, R² = .13, korr. R² = .09; die explorative Ergänzung weiblicher Durchsetzungsfähigkeit führte zu keiner signifikanten zusätzlichen Varianzaufklärung, ΔR² = .03, p = .060. Über die Analysen hinweg zeigten vor allem neurotizismusbezogene Merkmale, insbesondere Neurotizismus, Niedergeschlagenheit und Unbeständigkeit der Gefühle, wiederholt negative Zusammenhänge mit Beziehungszufriedenheit. Aktivität, Verlässlichkeit, Verträglichkeit und Höflichkeit waren dagegen überwiegend positiv assoziiert. Persönlichkeitsdifferenzen zeigten beziehungsdauerabhängige Muster: Während Differenzen in Beziehungen unter zehn Jahren überwiegend negativ mit Beziehungszufriedenheit zusammenhingen, zeigte sich in Beziehungen über zehn Jahren ein positiver Zusammenhang für Offenheitsdifferenzen, ρ(22) = .65, p < .001. Da die Beziehungsdauer in getrennten Gruppen und nicht als Interaktionsterm analysiert wurde und da das Design querschnittlich, die dyadischen Teilstichproben klein und die Beobachtungen innerhalb der Paare nicht unabhängig sind, sind die Befunde als deskriptive, nicht kausale Hinweise zu lesen. Insgesamt sprechen die Ergebnisse dafür, Persönlichkeit in Partnerschaften als dyadisches, geschlechtsspezifisches und beziehungsdauersensitives Zusammenhangsmuster zu betrachten.

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